
RL: Radio Lauschrausch ist neu ans Netz gegangen. Nicht mehr ganz so neu bist Du in der Radiowelt. Eingeweihte Kreise berichten sogar, dass Deine Sendungen zumindest auch in den USA, Norwegen und der Schweiz gehört werden. Wie kommt das?
BC: Nun, ich mache seit etwa eineinhalb Jahren Internetradio und es ist ein wunderbares Hobby. Ich denke, es ist vor allem die Freude an der Musik, die ich über den Radiostream weiter transportiere im Verbund mit der abwechslungsreichen, gleichwohl aber spezialisierten Musik, die ich hier bei Radio Lauschrausch spiele. Mit meinem ausgeprägten Faible für Amerika und seine (Musik-)Kulturen präsentiere ich mit dem Blues und dem Bluesrock und ebenso auf andere Weise mit dem Country- und dem Bluegrass Musik, die Teil der amerikanischen Kultur- und Herkunftsgeschichte und zum Teil auch Spiegel der politischen Geschichte des Landes ist und die sich auf der anderen Seite des Großen Teiches einer sehr großen Beliebtheit erfreut. Sowohl der Blues als auch Country und Bluegrass haben teilweise sowohl europäische und afrikanische Wurzeln, aber natürlich haben sich diese Genres im Laufe der Zeit zu authentischen amerikanischen Musikstilen entwickelt, die hier in Deutschland bisher leider eigentlich nur eingefleischten Fans ein Begriff sind und im normalen Radio kaum oder gar nicht gespielt werden. Ok, man kann auch in Deutschland die vielen kleinen und größeren amerikanischen Web-Radios hören, die dort diese Musik spielen und ich denke, daß tun auch viele Fans dieser Musik hier in Deutschland, genauso wie ich es auch tue, aber mein Konzept ist ein anderes – und das kommt offenbar auch in den von Dir genannten Ländern an. Wobei ich natürlich auch ehrlich sagen muß, daß mir da viele persönliche Kontakte geholfen haben, die ich in Laufe der Zeit aufgebaut habe. Und natürlich sind es insbesondere gute Freunde in den besagten Ländern, die, wenn sie denn irgendwie Zeit haben, immer mal wieder gerne reinhören und die teilweise auch selber Bluesrock, Bluegrass oder Countrymucke in exzellenter Weise spielen und deren Musik ich natürlich gerne in meiner Sendung „From Downtown Blues To Country Lane“ vorstelle. Auch das spricht sich rum.
Norwegen hat eine ganz spezielle eigene Blues- und Bluesrockszene und beherbergt mit dem internationalen „Notodden Bluesfestival“ das größte und beste europäische Bluesfestival überhaupt. Entsprechend hat man dort ein geschultes Ohr für diese Musik. Und auch die Countryszene ist dort recht rege und von überdurchschnittlicher Qualität was auch für die Schweiz gilt.

I enjoy Bluegrass Music. Bild: © Hanno B.
RL: Auf Deiner Präsentationsseite hier bei Radio Lauschrausch schreibst Du: “Blues, Bluesrock, Bluegrass, Gospel, Country, Countryrock, Countryblues, Alternative Country, Folk, Oldtime Music, Western Swing, Newgrass, Honky Tonk, Hill Billy sowie Cajun, Zydeco und TexMex und all seinen Misch- und Zwischenformen.” Wie muss man sich das vorstellen: Einen Titel pro Genre, oder setzt Du für jede Sendung andere Schwerpunkte?
BC: Ich biete den Hörern einen ganz speziellen Mix an feiner Musik an, wie es ihn so wohl nur selten gibt. Das heißt, ich mache relativ selten reine Spartensendungen, in der nur Blues oder nur Countrymucke gespielt wird. Es ist die besondere Mischung der oben genannten Genres und Subgenres, die offenbar auch Amerikaner in dieser Art mögen. Und nein, es gibt nicht nur einen Titel pro Genre sondern das variiert von Sendung zu Sendung. Da lasse ich mich zum einen von meinem Bauchgefühl leiten und natürlich auch davon, was mir so aktuell an Musik ins Haus kommt. Dann gibt es noch von Zeit zu Zeit auch Themensendungen. In der Vergangenheit waren dies beispielsweise „Where Blues Meets Rock“, From The Music Of The Swamps Of Louisiana (Cajun & Zydeco) To The Sound Of The Appalachians (Bluegrass, Old Time Music), Hallelujah – traditionelle und moderne Gospels and Spirituals, A Musical Journey On The Highway 61 and Then Eastbound Right To The Appalachians“. Demnächst ist eine weitere Folge von „British Blues Invasion Of The 60s“ anberaumt, die ich zusammen mit einem Freund moderiere. Die Titel der Sendungen sprechen inhaltlich schon für sich.
RL: Etwas was Deine Sendung seit jeher ausmacht ist dass Du unbekannter Bands und Nachwuchstalente im großen Stil ausgräbst und ihnen in Deiner Sendung eine Bühne bietest. Wie kommst Du eigentlich an diese Leute heran?
BC: Ja, das ist etwas, was mich eigentlich schon immer geärgert hat, daß in Deutschland kaum einmal Nachwuchsbands, unbekanntere Bands oder Prodegies im Radio zu hören sind. Selbst viele nichtkommerzielle Webradios scheuen sich, aus welchen Gründen auch immer, dies zu tun. Dabei gibt es auch abseits der großen und etablierten Bands tolle Musik zu entdecken. Und wenn ich etwas bei amerikanischen Webradios gelernt habe, dann, daß es dort etwas vollkommen Normales ist, auch immer wieder Bands oder Einzelinterpreten zu Gehör kommen zu lassen, die noch nicht im Rampenlicht stehen und vielleicht auch nie dort stehen werden. Als positives Beispiel sei hier nur ein in der Countrymusik rührigsten Webradios Amerikas genannt, „Nixa Country“.
Im übrigen gilt hier wie in allen anderen Bereichen auch: wenn man erstmal ein bißchen mit den entsprechenden Musikszenen vertraut ist, Leute kennt, Freunde einen beispielsweise durch wertvolle Tips unterstützen, dann ergibt sich alles weitere fast von selbst. Wichtig ist vor allem auch, daß man Neuem und Unbekanntem immer aufgeschlossen sein muß. Und auch ein bißchen Mobilität kann nicht schaden, um entsprechende Konzerte oder Festivals erleben zu können, die meist nicht um die Ecke stattfinden.
RL: Was magst Du unseren Lesern noch sagen?
BC: Tja, was bleibt zu sagen? Mein ganz besonderer Dank geht an unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus für die Leidenschaft und Freude an der Musik, die er mir geschenkt hat. Dann möchte ich auch allen meinen Mitmoderatoren für ihre tolle Teamarbeit danken. Ich meine, wir sind ja alle ganz unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichem Alter und mit gänzlich unterschiedlichem Musikgeschmack unterwegs. Das so etwas funktioniert, ist nicht immer selbstverständlich.

For God & Country, Bild: Hanno B.
Und natürlich danke ich allen meinen Zuhörern für ihre Treue und der Unterstützung von ihrer Seite und hoffe, daß sie auch zukünftig dabei sein werden wenn es wieder heißt: „Hey Folks. Einen wunderschönen Guten Abend wünscht Euch Euer DJ BluesCountry mit einer weiteren Ausgabe von „From Downtown Blues To Country Lane“ hier bei Radio Lauschrausch.
(BluesCountrys FROM DOWNTOWN BLUES TO COUNTRY LANE – fast immer Dienstags ab 20 Uhr auf Radio Lauschrausch)